Die Bereitschaft, an Asthma zu erkranken, ist zum Teil angeboren, also in den Genen der betroffenen Menschen festgelegt. Aber auch die Umwelt spielt eine erhebliche Rolle. Sie dürfte maßgeblich daran beteiligt sein, dass Asthma vor allem in den Industrienationen bereits seit Jahrzehnten an Häufigkeit zunimmt.
Auffällig ist vor allem die Beobachtung, dass Menschen, die in hoch zivilisierten Ländern aufwachsen, besonders häufig erkranken. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Asthma in der früheren DDR weit seltener war als in Westdeutschland. Woran das liegt, wird unter den Experten noch diskutiert. Man vermutet, dass die hygienischen Bedingungen, unter denen ein Kind aufwächst, für die Krankheitsentstehung bedeutsam sind. Je häufiger sich ein Kind während der Reifung des Immunsystems mit Krankheitserregern auseinandersetzen musste, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das Immunsystem, wie beim Asthma, fehlgeleitet wird. Es gibt auch Beobachtungen, wonach jüngere Geschwister und Kinder, die in einem Hort aufwachsen, seltener erkranken als Erstgeborene oder Einzelkinder, die sehr behütet und unter besonders guten hygienischen Bedingungen groß werden.
Offensichtlich scheint das Immunsystems des Körpers in der Kindheit und Jugend die Konfrontation mit Allergenen und Krankheitskeimen zu brauchen, um sich regelrecht entwickeln zu können. Werden die Kinder unter sehr hygienischen Bedingungen groß, so kann sich ihr Abwehrsystem - so die gängige Vorstellung - sich nicht frühzeitig damit auseinandersetzen. Es kommt dann später eher zu Entgleisungen des Immunsystems und zu chronischen Entzündungsreaktionen, wie sie auch beim Asthma eine Rolle spielen.
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