Heuschnupfen – allergisch auf Pollen
Rote und juckende Augen, Niesattacken, eine laufende oder auch eine verstopfte Nase und dazu noch Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, eventuell Gliederschmerzen und eine allgemeine Abgeschlagenheit – pünktlich zur Pollenflugzeit stellen sich bei Menschen mit Heuschnupfen solche Beschwerden ein. Doch mit ein wenig Niesen und ein bisschen Schnupfen ist es oft nicht getan. Viele Pollen-Allergiker fühlen sich regelrecht krank. Sie werden oft durch einen unerträglichen Juckreiz im Bereich der Augen und manchmal auch der Ohren geplagt, sind nicht mehr voll leistungsfähig und leiden nicht selten auch unter Atemnot. Rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung wird Jahr für Jahr durch solche Beschwerden das Frühjahr vermiest!
Ausgelöst werden die Symptome der auch als „Pollinosis“ bezeichneten Erkrankung durch den Blütenstaub (Pollen) von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide oder Kräutern, der mit der Luft verbreitet wird. Mit der Atemluft gelangen die Pollen in die Nase, den Mund und die Bronchien und über den Kontakt mit den Schleimhäuten, die diese auskleiden, kommt es nach entsprechender Sensibilisierung zur Reaktion des Immunsystems. Meist treten die Beschwerden innerhalb von nur 30 Minuten nach Einatmen der Pollen auf. Für einen Heuschnupfen – und nicht einen durch eine Erkältung verursachten Schnupfen – spricht es, wenn der Schnupfen rasch, quasi plötzlich auftritt und wenn er ungewöhnlich lange, also über Wochen anhält. Auch wenn die Beschwerden jeweils zur gleichen Jahreszeit auftreten, deutet das auf einen Heuschnupfen hin.
Neben den allgemeinen Beschwerden, die die Lebensqualität der Betroffenen doch enorm beeinträchtigen, gibt es einen weiteren Grund, weshalb diese Allergie – der Mediziner spricht auch von einer saisonalen allergischen Rhinitis — keinesfalls als Bagatellerkrankung abgetan werden darf, wie dies allzu oft noch geschieht: Wird der Allergie nicht Einhalt geboten, so weitet sie sich aus und geht von den oberen auf die unteren Atemwege über. Es kommt zum Asthma. Etagenwechsel – so nennen die Mediziner dieses Phänomen. Seine Folge ist für den Betroffenen fatal: Denn bei einer Allergie der unteren Atemwege hat er es nicht mehr nur mit juckenden Augen und triefender Nase zu tun, sondern mit Husten und zum Teil massiver Atemnot infolge eines allergischen Asthmas. Das aber ist ohne entsprechende Behandlung eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung (siehe Ratgeber Asthma). Bei etwa jedem dritten Patienten mit Heuschnupfen ist langfristig ein solcher Etagenwechsel zu beobachten. |
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Behandlung des Heuschnupfens
Bei der Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis steht die Allergenkarenz – also das möglichst konsequente Meiden der Konfrontation mit Pollen — an erster Stelle. Das aber bedeutet nicht, dass man während der Blühzeit, also in Frühjahr und Sommer, keinen Fuß mehr vor die Tür setzen dürfte. Denn in aller Regel tritt der Heuschnupfen nur in der Zeit auf, in der eine bestimmte Baum- oder Gräserart blüht. Wer unter der Pollinosis leidet, sollte sich deshalb unbedingt bei einem Allergologen testen lassen, um heraus zu finden, gegen welches Allergen sein Immunsystem konkret rebelliert. Treten die Beschwerden vor allem in den ersten Monaten des Jahres auf, so dürfte es sich um eine Allergie gegen einen sogenannten „Frühblüher“ handeln, wahrscheinlich gegen Haselnuss, Weide, Ulme oder Pappel. Bei Beschwerden im Mai steht die Birke als Allergieauslöser im Verdacht. Zu dieser Zeit beginnt aber auch die Blüte vieler Gräser- und Getreidearten, wobei Roggen und Hafer zu nennen sind, das Knäuelgras, der Spitzwegerich, das Wiesenrispengras und viele andere. In der Sommerzeit machen vor allem der Weizen, die Linde und der Holunder Allergikern, die speziell auf diese Pollen reagieren, das Leben schwer.
Zu beachten ist, dass beim Heuschnupfen oft Kreuzreaktionen auftreten. Konkret bedeutet das, dass die betreffende Person nicht nur auf eine bestimmte Pollenart, sondern gleichzeitig auch auf andere in ihrer Struktur ähnliche Allergene mit seinem Immunsystem überempfindlich reagiert. Bekannt sind zum Beispiel Kreuzreaktionen zwischen Baumpollen sowie Stein- und Kernobst, Nüssen, Karotten und Sellerie, zwischen Gras- und Getreidepollen und Mehlen sowie zwischen Kräuterpollen und Gewürzen, Kräutertees, Kosmetika, Kamille und Sellerie.
Selbst bei bestem Willen wird man den durch die Luft fliegenden Pollen nicht entgehen können. Wie ausgeprägt der Pollenflug ist, hängt von der Wetterlage ab, wobei der Blütenstaub an schönen, sonnigen Sommertagen vom Wind bis zu 500 Kilometer durch die Luft getragen werden kann. Darüber, wo mit welchem Pollenflug zu rechnen ist, informiert der Pollenflugkalender, der beim Wetterdienst zu erfahren ist und zudem auch in vielen örtlichen Tageszeitungen veröffentlicht wird. Auch im Rundfunk und im Fernsehen gibt es entsprechende Ansagen.
Doch auch mit Beachtung des Pollenflugkalenders kann man sich den Pollen in der Atemluft nicht hundertprozentig entziehen. Es sind deshalb weitere Maßnahmen notwendig. Dazu gehört die allgemeine antiallergische Behandlung. In Frage kommen verschiedenen Wirkstoffgruppen wie die Antihistaminika. Es handelt sich dabei um Substanzen, die die Wirkung des Botenstoffs Histamin blockieren, welcher die allergischen Symptome provoziert. Die Antihistaminika können sowohl als Tablette eingenommen werden oder auch als Augen- oder Nasentropfen. Die modernen Wirkstoffe sind gut verträglich und machen – anders als die Präparate früherer Jahre – nicht müde.
Neben den Antihistaminika kommen Kortisonpräparate zum Einsatz. Die Präparate werden örtlich (lokal wirksam) entweder zur Inhalation als Spray oder auch zum Beispiel in Form einer Augensalbe eingesetzt. So lassen sich die Nebenwirkungen einer solchen Behandlung auf ein Minimum beschränken.
Zu erwägen ist außerdem eine Hyposensibilisierung, da diese insbesondere beim Heuschnupfen erfolgversprechend ist. |
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Tipps zur Allergenkarenz bei Heuschnupfen
Gelindert werden können die Beschwerden der saisonalen allergischen Rhinitis durch Maßnahmen, die geeignet sind, die Konfrontation mit dem Allergen gering zu halten. Beim Heuschnupfen gibt es dazu gleich ein ganzes Bündel an Tipps:
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Während der Blühphase des jeweiligen Baumes oder Grases sollte man keine längeren Aufenthalte im Freien planen. |
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Am stärksten ist der Pollenflug in ländlichen Regionen in den frühen Morgenstunden, während er in der Stadt gegen Mittag oder auch sogar erst abends sein Maximum erreicht. In dieser Zeit sollte man den Aufenthalt im Freien möglichst vermeiden und die Fenster der Wohnung geschlossen halten. |
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Im Auto kann die Pollenkonzentration durch spezielle Pollenfilter gering gehalten werden. |
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Am Abend sind Duschen und Haare waschen hilfreich. Sie verhindern, dass sich Pollenkörner, die an Haut und Haaren anhaften, während der Nacht lösen und eingeatmet werden. |
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Durch tägliches Staubsaugen kann die Pollenkonzentration in der Wohnung reduziert werden. |
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Selbstverständlich sollten Pollenallergiker nicht selbst Gras mähen und sich auch nicht direkt ins Gras legen. |
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Ideal ist, wenn der Urlaub in der Zeit des stärksten Pollenflugs gelegt werden kann und man in eine klimatisch völlig andere Region – am besten ins Hochgebirge oder an die See — reist, wo man von den heimischen Pollen unbehelligt ist. |
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