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Der Mensch wird tagtäglich mit einer Vielzahl von Substanzen konfrontiert und es obliegt im Wesentlichen dem Immunsystem, einzuordnen, ob die jeweilige Substanz gesund und unschädlich ist und somit toleriert werden kann oder ob von ihr Gefahren ausgehen und sie bekämpft und eliminiert werden muss. So tolerieren wir in aller Regel die in der Luft umherfliegenden und mit der Atemluft in unsere Atemwege eindringenden Pollen von Blüten und Gräsern problemlos. Gelangen auf dem gleichen Wege jedoch Bakterien und Viren in die Atemwege und setzen sich dort fest, so werden diese als „schädlich“ und potenziell gefährlich erkannt und der Körper versucht, durch Immunreaktionen wie auch durch Husten und Schnupfen die Keime wieder loszuwerden.
Bei der Allergie ist genau dieser Mechanismus gestört. Egal ob jemand auf Hausstaubmilben oder Katzenhaare, auf Erdbeeren oder Gräserpollen allergisch reagiert, die Krankheitsgrundlage ist immer dieselbe: Das Immunsystem des Allergikers toleriert, anders als das eines gesunden Menschen, die jeweiligen Substanzen (Allergene) nicht, sondern stuft sie als gefährlich ein. Diese werden als Allergene oder auch als Antigene bezeichnet. Es kommt zu einer Abwehrreaktion, der Körper versucht, die eindringenden Allergene unschädlich zu machen, abzubauen und zu eliminieren. Eine Allergie ist somit eine krankhafte Überempfindlichkeit gegen Stoffe aus der Umgebung. Es handelt sich in den meisten Fällen um Eiweißstoffe (Proteine), die vom Körper als Fremdstoff „erkannt“ werden. Das Immunsystem läuft praktisch Amok und versucht alles, um diese „Eindringlinge“ „unschädlich“ zu machen.
Welche Substanzen als „gefährlich“ vom Immunsystem eingestuft werden, ist individuell sehr unterschiedlich. Man kennt inzwischen mehr als 20.000 Allergene, wobei einige weniger häufig, dafür andere aber sehr oft zu Allergien führen. Am häufigsten sind Blüten- und Gräserpollen die Allergieauslöser, gefolgt von Tierhaaren, Hausstaubmilben, Nahrungsmitteln, Schimmelpilzen, Arzneimitteln und Insektengift.
Welche Reaktion im Vordergrund steht, hängt direkt vom Allergieauslöser ab. So führen Pollen, Tierhaare und Hausstaubmilben zumeist zu Problemen im Bereich der Atemwege, da diese Allergene direkt inhaliert werden. In schweren Fällen kann sich auf Dauer sogar ein Asthma entwickeln. Nahrungsmittel verursachen eher Bauchschmerzen und Durchfall und Arzneimittel meist Hauterscheinungen. Gefürchtet sind insbesondere Allergien auf Insektengift, da diese schwere und möglicherweise sogar lebensbedrohliche Reaktionen des Körpers, wie den so genannten anaphylaktischen Schock nach sich ziehen können. |
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